Deutschnationale in der Hofburg

“Der Ball des Wiener Korporations-Ringes (”WKR-Ball”) stellt das gesellschaftliche Spitzenereignis bzw. den berauschendsten Höhepunkt des Wiener und mitteleuropäischen Korporationslebens dar. Er findet alljährlich im Jänner in der Kaiserlichen Hofburg […] statt.“ (VDSt Philadelphia)

Heute feiern die deutschnationalen Burschenschaften zum 56. Mal den sogenannten “WKR-Ball”. Zum 40. Mal in der Hofburg – dem Sitz des österreichischen Bundespräsidenten. Der “Korporationsring”, der diesen repräsentativen Ort Jahr für Jahr zur Verfügung gestellt bekommt,  ist eine Ansammlung von offen rechtsextremen Organisationen (u. a. Olympia, Teutonia, Cimbria).

Neben der diesen Männerbünden inhärenten sexistischen Ausrichtung sind die im Korporationsring organisierten Burschenschaften ein bedeutendes Bindeglied zwischen der bürgerlichen Rechten und Neonazis. Wie fließend dieser Übergang in Burschenschaften wie der Olympia ist, hat zuletzt die Affaire rund um die Mitarbeiter des dritten Nationalratspräsidenten Martin Graf gezeigt, die einschlägiges Material bei einem rechtsextremen Versand bestellt haben.

Wobei der eigentliche Skandal ist, dass es überhaupt dazu kommen konnte, dass Martin Graf in dieses Amt gewählt werden konnte. Es musste für alle Beteiligten klar sein, wer dieser Martin Graf ist und in welchen Kreisen er verkehrt. Die Burschenschaft Olympia wurde 1961 behördlich aufgelöst. Ihr entstammen Prominente des österreichischen Rechtsextremismus wie der NPD-Gründer Norbert Burger. Auch nach der Neukonstituierung 1973 steht die Olympia in dieser rechtsextrem Tradition. Einladungen an den britischen Holocaust-Leugner David Irving oder den Neonazi-Barden Jörg Hähnel in jüngster Zeit zeigen, dass die Olympia kontiunierlich ihre Rolle als Querverbinderin zu Neonazis spielt. Das alles war völlig klar, als der bekennende Olympionike Graf vom Großteil der Abgeordneten gewählt wurde. Die überraschte Empörung bei SP- und VP-Abgeordneten kann vor diesem Hintergrund nur als geheuchelt bezeichnet werden. Sie haben dem Rechtsextremismus im Parlament den Stempel demokratisch aufgedrückt, als es ihnen darum ging sich die FPÖ in der Phase der Koalitionsbildung gefügig zu halten. Antifaschismus nur wenn es oportun ist, also.

Auch im Fall des WKR-Balles wird den deutschnationalen Burschenschaftern seit Jahren hochrepräsentativer Raum geboten, bis 2008 unter dem Ehrenschutz mehrerer Unirektoren. Lange wurde der WKR-Ball relativ widerstandslos geduldet. 2008 gab es erstmals größere Gegenveranstaltungen von AntifaschistInnen gegen den Ball. Erster Erfolg, die Rektoren, die 2008 noch im Ehrenschutz vertreten waren, distanzieren sich nun vom WKR-Ball. Auch heute findet wieder eine Demonstration gegen den WKR-Ball statt. Mehr hier: http://nowkr.wordpress.com

Um 17:00 Uhr, Europaplatz / Westbahnhof Wien
Gegen Rechtsextremismus im Parlament, in den Köpfen und auf der Straße!
Männerbünde auflösen!
Für eine starke antifaschistische Bewegung!

 

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